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Gartenvögel
Kohlmeise schaut aus dem Flugloch eines Nistkastens aus Holzbeton, der an einem efeubewachsenen Baumstamm hängt
Eine Kohlmeise schaut aus dem Flugloch eines Holzbeton-Nistkastens. Foto: Marie-Lan Taÿ Pamart, CC BY 4.0, über Wikimedia Commons

8 Min. Lesezeit

Einflugloch Nistkasten Größe für Meisen: 26–28 mm oder 32 mm?

Die kurze Antwort vorweg: Für Blaumeise, Tannenmeise, Haubenmeise, Sumpfmeise und Weidenmeise empfiehlt der NABU ein Einflugloch von 26 bis 28 Millimetern, für die Kohlmeise 32 Millimeter. Warum das wichtig ist, erklärt der NABU in seiner Bauanleitung selbst: „Je nachdem welchen Durchmesser Sie für das Einflugloch des Nistkastens wählen, wird dieser von unterschiedlichen Vogelarten bevorzugt.“ Mit der Lochgröße entscheiden Sie also mit, wer bei Ihnen einzieht.

Einflugloch Nistkasten Größe für Meisen: die Werte im Überblick

Faustregel: kleine Meisen 26–28 mm, Kohlmeise 32 mm. Diese Werte nennt die Bauanleitung des NABU-Bundesverbands für Höhlenbrüter-Kästen als „Optimales Einflugloch“. Der NABU Niedersachsen bringt es auf den Punkt: „Während die Kohlmeise auf ein 32-Millimeter-Loch steht, bevorzugt ihr kleiner Cousin, die Blaumeise, 26 bis 28 Millimeter.“

Die Angaben laut NABU-Bauanleitung im Überblick:

Dazu kommen Arten, die um dieselben Kästen konkurrieren. Der NABU nennt für den Feldsperling 32 mm, für den Haussperling 32–34 mm und für den Kleiber 32–45 mm. Der NABU Baden-Württemberg unterscheidet entsprechend einen „Kleinen Meisenkasten mit 26–28 mm für Blau-, Tannen-, Hauben-, Sumpf- und Weidenmeisen“ und einen „Großen Meisenkasten mit 32 mm für Kohlmeisen, Kleiber und Trauerschnäpper“.

Die Quellen sind sich nicht ganz einig

Ganz einheitlich sind die Empfehlungen nicht, und das sollten Sie wissen:

Einordnen lässt sich das mit einem Satz des LBV: Die Angaben „sind Empfehlungen“, es sei nicht notwendig, alle Anweisungen genau zu befolgen. „Wichtig ist, dass die Sicherheit der brütenden Vögel gewährleistet ist.“ Die Mitwelt Stiftung rät ähnlich, Maße und Lochdurchmesser „als ungefähre Anhaltspunkte“ zu nehmen.

Warum entscheiden ein paar Millimeter darüber, wer einzieht?

Kernaussage: Je größer die Vogelart, desto konkurrenzstärker ist sie – ein kleines Loch schützt kleine Arten. Die NABU-Ortsgruppe Büttelborn formuliert es so: „In Kästen mit 26 mm Loch geht nur noch die Blaumeise (sowie Tannenmeise und Sumpfmeise, die in Ortslagen aber selten sind). Grundsätzlich gilt: je größer die Art ist, um so konkurrenzstärker ist sie.“ Ergänzend heißt es im LBV-Shop-Blog: „Mit kleinen Einfluglöchern hilft man kleinen Vogelarten sich gegen größere durchzusetzen.“

Das 32-mm-Loch ist dagegen eine Art Allrounder. Laut NABU Büttelborn gehen dort „alle gängigen Arten wie Kohl-und Blaumeise sowie Feldsperlinge und Kleiber rein“. In offener Umgebung am Ortsrand sei es „am wahrscheinlichsten“, dass Feldsperlinge den Kasten besiedeln. „In typischen Hausgärten innerorts werden die Kästen am häufigsten jedoch von Meisen besiedelt.“ Das passt zur Einschätzung des NABU-Bundesverbands, wonach die häufigsten Nutzer künstlicher Nisthöhlen „Kohl- und Blaumeisen sowie Haus- und Feldsperlinge“ sind.

Welche Lochgröße passt zu Ihrem Garten?

Worauf müssen Sie außer dem Durchmesser achten?

Faustregel: Das Loch muss zum Kasten passen und weit oben sitzen. Der NABU betont, wichtig sei „eine zur Kastengröße passende Einfluglochgröße“. Als Mindestmaß gilt: „Eine Grundfläche von zwölf mal zwölf Zentimeter sollte selbst bei den kleinsten Kästen das Mindestmaß sein.“ Manche billigen Modelle seien „viel zu klein, um einer Schar von bis zu zehn oder mehr Jungen ausreichend Platz zu bieten“. Im NABU-Bauplan misst der Boden 13 × 13 cm, die Front ist 25 cm hoch, und die Lochmitte liegt 19 cm über der Unterkante der Front.

Hoch sitzen muss das Loch, damit Katzen und Marder nicht hineingreifen können. Beim genauen Abstand zwischen Lochunterkante und Kastenboden widerspricht sich der NABU allerdings selbst: Auf seinen Webseiten nennt er „mindestens 17 Zentimeter“, in der eigenen Bauanleitung als PDF – ebenso wie der LBV – „mindestens 14 Zentimeter“. Wenn Sie beim Kauf unsicher sind, liegen Sie mit dem größeren Abstand auf der vorsichtigeren Seite.

Zwei weitere Details rund um das Einflugloch:

Kurz-Checkliste für den Kauf

Wie schützen Sie das Einflugloch vor Specht, Marder und Katze?

Kernaussage: Eine Blechmaske hält Spechte ab, ein Vorbau hält Pfoten fern. Der NABU schreibt: „Optional kann ein Spechtschutz in Form einer Blechlochmaske um das Einflugloch angebracht werden, um Spechte daran zu hindern, diese zu vergrößern.“ In der NABU-Bauanleitung zum Meisenkasten heißt es außerdem: „Ein Vorbau vor dem Einflugloch kann verhindern, dass Säugetiere mit ihren Pfoten bis zum Nest reichen können.“

Die NABU-Bauanleitung für Höhlenbrüter zeigt einen solchen „Marderschutz“ als Vorbau von 13 × 8 cm mit Loch vor der Front. Der LBV empfiehlt, den Vorbau „aus Hartholz, wie Eiche, Buche oder Birke“ zu fertigen, weil Spechte versuchen, „das Loch mit ihrem Schnabel zu öffnen“.

Der Schutz hat auch mit der Lochgröße zu tun: Ein von Spechten vergrößertes Einflugloch entspricht nicht mehr dem gewählten Maß. Ein ursprünglich kleines Blaumeisen-Loch verliert damit seinen Vorteil gegenüber größeren, konkurrenzstärkeren Arten.

Aus welchem Material bauen oder kaufen Sie den Meisenkasten?

Faustregel: raues, unbehandeltes Massivholz. Die NABU-Bauanleitung empfiehlt 18 mm dicke, möglichst ungehobelte Massivholzbretter. „Sperrholz oder Pressplatten sind nicht witterungsbeständig“, und Holzschutzmittel haben am Kasten nichts zu suchen. Beim Kauf rät der NABU zu rauem Naturholz: „Es ist atmungsaktiv“. Plastikkästen dagegen heizen sich in der Sonne stark auf.

Wenn Sie selbst bauen, finden Sie beim NABU zwei Bauanleitungen: den Höhlenbrüter-Kasten und den Meisenkasten aus dem NABU-Vogeltrainer. Die wichtigsten Maße daraus stehen im Abschnitt oben. Die Lebensdauer von Nisthilfen gibt der LBV mit „6-8 Jahre“ an.

Wann und wo hängen Sie den Kasten auf – und wie pflegen Sie ihn?

Faustregel: im Herbst aufhängen, zwei bis drei Meter hoch, im Halbschatten, nicht zur Wetterseite. Der NABU empfiehlt, Nistkästen nach Möglichkeit im Herbst anzubringen, laut LBV „spätestens im Februar“. Die Höhe liegt laut NABU „in etwa zwei bis drei Meter“, zwischen Kästen desselben Typs sollten „mindestens zehn Meter“ liegen. Der LBV rät, den Kasten „gerade am Untergrund lehnen oder leicht nach vorn gekippt“ aufzuhängen.

Bei der Himmelsrichtung gehen die Empfehlungen auseinander:

Reinigung einmal im Jahr – ohne Chemie

Reinigen Sie den Kasten einmal jährlich. Der NABU warnt: „niemals scharfe chemische Reinigungsmittel oder gar Desinfektionsmittel“. Ausfegen genügt, bei Bedarf spülen Sie „mit klarem Wasser“ nach. So entfernen Sie laut NABU Parasiten wie Vogelflöhe, Milben und Zecken. Lohnend ist das auch, weil Meisen im Winter gern im Kasten übernachten.

Beim Zeitpunkt gibt es erneut zwei Positionen. Der NABU-Bundesverband nennt den Spätsommer als ideal, da die Kästen dann noch weitgehend frei von Nachmietern seien; „im September“ habe auch der letzte Vogelnachwuchs die Nistkästen verlassen. Der NABU Niedersachsen empfiehlt dagegen den Frühherbst bis Ende Oktober, ausdrücklich nicht im Spätsommer und auch nicht im Frühjahr, weil manche Arten bis September brüten. Er rät außerdem, vor dem Öffnen anzuklopfen, denn im Kasten kann zum Beispiel eine Haselmaus sitzen.

Das Wichtigste auf einen Blick

Die richtige Lochgröße lässt sich knapp festlegen, auch wenn die Quellen im Detail voneinander abweichen:

Nehmen Sie die Maße als Richtwerte. Entscheidend ist, wie der LBV betont, dass die Sicherheit der brütenden Vögel gewährleistet ist. Wählen Sie das Loch für Ihren Garten also nach Zielart und Lage.

Quellen

Veröffentlicht am 28. September 2026

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